Die letzte Etappe der Regatta :-) ist die Marina Gouiva auf Korfu ...

Am Morgen stellen wir fest, dass wir plötzlich andere Nachbarn haben. Der Wind hat gedreht, so manches Boot ist ein wenig gerutscht nur wir sind genau an der Stelle geblieben, die wir gestern mit dem Ankeralarm abgesichert haben. Ein Blick auf unsere Vorräte zeigt, dass wir noch ein deftiges Frühstück vor uns haben -> heute gibts Bohnen mit Speck. Natürlich erst nach dem Ablegen, wir wollen ja keine Zeit verlieren.




Leider haben wir mit dem Wind nicht so viel Glück und deshalb legen wir die knapp 35 Seemeilen unter Motor zurück. Wir haben also Zeit, uns mit der Landschaft zu beschäftigen. Auf der Seekarte entdecken wir den "Palast" (das Achilleion) und deshalb nehmen wir die Koordinaten und geben sie als Wegpunkt in den Plotter ein. Bei "Navigiere zu" gibt es nur einen kleinen Hinweis, dass es sich an Land befindet. Wir müssen uns ganz schön konzentrieren, um den Sisi-Palast auf der bewaldeten Küste zu entdecken. Auf der gesamten Strecke ist das der erste Punkt, den wir mit dem Steiner Fernglas anpeilen.

Bilderrätsel - Wo ist das Achilleion?

Je weiter wir Richtung Korfu Stadt (Kerkyra) kommen, umso mehr Boote sind unterwegs und es wird immer touristischer. Blinki bekommt daher keinen Einsatz mehr. Unsere Crew stellt gemeinsam fest, dass es uns im ruhigen Peloponnes besser gefallen hat. Wir fahren an der Halbinsel Kanoni (der Name stammt von einer Kanone) und dem im venezianischen Stil erbauten Kloster Vlacherna aus dem 17 JH vorbei. Plötzlich donnert ein Flugzeug laut über uns hinweg. Die Mäuseinsel (der Lieblingsplatz von Kaiserin Sisi auf Korfu) und Kanoni sind gleichzeitig Ausflugsziel und Einflugschneise des Flughafens.



Wir umrunden die Stadt und haben einen wunderbaren Blick auf die Alte Festung und die Altstadt von Korfu. Der Einfluss der Venezianer & Briten spiegelt sich in der Architektur der Stadt wider. Wir freuen uns alle schon auf die Besichtigung.




Die Einfahrt in die Marina Gouiva erfolgt durch eine schmale Wasserstraße. An der Tankstelle gibts eine Warteschlange, auch deshalb, weil gerade ein Tanker die Tankstelle befüllt. Die Marina ist mit ca. 1.000 Liegeplätzen riesengroß. Wir warten also auf unser vorletztes Anlegemanöver und diskutieren (wie immer) alle Möglichkeiten. Letztendlich wird es ein "Eindampfen in die Vorspring", allerdings nicht nach Lehrbuch, sondern nach HafenMarinero Manier. Bestückt mit öligen Leinen tanken wir nach. Willi beauftragt uns exakt 100 Liter zu tanken. Also schaut Sissi ganz genau auf die Anzeige und meldet ordnungsgemäß die 10 Schritte an David. Bei knapp 100 überprüft Willi die Tankanzeige und beauftragt weitere 20 Liter. Erst beim Zahlen kommen wir drauf, dass wir anstelle der Liter die Euroanzeige beobachtet haben.  Das war gut so, denn bei 100 Litern wäre der Tank ohnehin übergeschwappt. Wir haben also 90 Liter getankt :-). Das Ablegen wird noch spannender, weil ca. 10 cm hinter uns schon ein anderes Boot liegt und genau beim Ende des Bugs die Mole endet. Beim Ablegen (Eindampfen und Heck rausdrehen) zeigt sich, dass dazu doch eine Mole notwendig ist. Die Vorwärtsfahrt kann nur durch aktustische Warnsignale (Schrilles Schreien: Willi fahr zurück, ich bin mit dem Kopf schon im Dinghi vom anderen Boot) gestoppt werden und schließlich drücken uns die Tankwarte von der Mole weg. Dass wir ein Seitenstrahlruder haben, ist uns gar nicht in den Sinn gekommen. Dieses Manöver war mit Abstand das schlechteste des ganzen Törns. Gut ist - weder Hermes noch Messalina haben es gesehen.

Der Tanker, der die Tankstelle befüllt

Um 15.30 legen wir an unserem finalen Liegeplatz an und können gar nicht glauben, dass wir die ersten der Flottille sind. Die Showtime ist diesmal vorne mit dabei - Juhuuu!


Wir haben am 3.6. um 14.40 abgelegt und am 16.6. um 15.30 im Zielhafen angelegt.
Wir blicken auf ...
  • 557,60 Seemeilen - davon 451,81 unter Motor und 105,8 unter Segel
  • 74 Motorstunden
  • 1 Nachtfahrt mit Nachtansteuerung von Poros
  • 13 Bordtage
  • 1 Landtag in Olympia
  • 3 Müllsäcke mit Dosen (hauptsächlich Bierdosen)
  • 12 verbrauchte von 30 gekauften Klo-Papier Rollen
  • 1 (nicht aus Papiergründen) defektes WC
... zurück und machen unsere letzte Manöverkritik. Neben uns legen die Hermes und die Messalina an. Wir sind alle guter Dinge und bedanken uns bei unserem Commodore Stefan und bei Renate.

Flottillen Master & Commander

PS: Bei der Pantrykontrolle stellen wir fest, dass uns das Bier ausgehen wird. Da müssen wir in Skippermanier natürlich sofort reagieren. Also machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt (ca. 1 km innerhalb der Marina entfernt). Zurück gehts mit dem Marinaexpress - und der Versorgungsengpass ist gelöst.


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Auf nach Ormos Kiparissi zum Flottillentreff ...

Showtime - die Crew geht von Bord ...

Zur versunkenen Stadt Pavlo Petri und weiter nach Elafonisos ...